Mai 2006

"Wir wollten Gerechtigkeit und bekamen den Rechtsstaat."
Über die Enttäuschung vieler Bürgerbewegter über die unzureichende juristische Aufarbeitung des DDR-Unrechts in der Bundesrepublik.

"Da ändert sich nicht alles mit einer Cola-Flasche oder einem neuen West-Auto. Das macht einen nicht zum neuen Menschen."

"Es gibt in einer Diktatur nichts Wichtigeres als die Unterstützung der Bürgerrechtler von außen."

Zum Krieg:
"Ich finde es so schrecklich, weil doch fast immer nur Unschuldige getroffen werden und die nächsten Terroristengeneration schon wieder in Sicht ist. Auch wieder nur Ausdruck des Versagens der Internationalen Gemeinschaft." 25.07.2006

Über Robert Havemann:
Die Bürgerbewegung wäre Robert sympathisch gewesen. Politische Macht hat ihm viel bedeutet, aber nicht um jeden Preis. Seine Selbstachtung und selbständiges Denken waren ihm wichtiger. Zum richtigen Zeitpunkt seine Mitverantwortung für den Lauf der Geschichte wahrzunehmen und zu handeln, das verband ihn mit uns.
Robert Havemann oder Wie die DDR sich erledigte, Katja Havemann, Joachim Widmann, Ullstein Verlag, Berlin 2003

Mein Platz ist in der Opposition.
„taz“, 26.2.1990

Ich kenne keine Partei, die mündige Bürger hervorbringt.
„taz“, 8.1.1990

Zur Maueröffnung:
Ich denke, daß jetzt doch einige Politiker im Westen Schweißtropfen auf der Stirn haben, und die haben sie sich, glaube ich, auch verdient. Da muß der Westen durch und da müssen wir durch.
Interview im NDR, „Das Morgenecho“, 10.11.1989, 6.10 Uhr

In der DDR hat es nicht einmal fünf Minuten Sozialismus gegeben.
Auf einer auf einer Veranstaltung im Gästehaus der FDJ am 4.11.1989; Diskussion mit Bärbel Bohley, Tamara Danz, Dieter Dehm, Jürgen Eger, Klaus Jentzsch, Toni Krahl, Heinz-Rudolf Kunze, Dirk Zöllner u. a.

Es gibt keine Möglichkeit, sich mit diesem Land zu identifizieren. Diese Umwahrheit, die hier herrscht, diese Lüge. Jeder weiß doch, daß es nicht so ist, wie offiziell behauptet wird. Und diese Situation verbietet es einem geradezu, sich mit der DDR zu identifizieren.
„Hamburger Morgenpost, 16.9.1989

Ohne die viel geschmähte Opposition geht es nicht, zu der wir uns endlich bekennen sollten.
„taz“, 24.1.1989

"Warum wollen Sie zurück in die eingemauerte DDR?
„Ich will unbedingt zurück, ich bin ja auch nicht freiwillig weggegangen. Bezeichnenderweise wird mir die Frage vorwiegend in Westdeutschland gestellt. In England hat mich niemand gefragt, warum ich wieder zurück gehe. Wenn ich aus Südafrika wäre, würde sich wahrscheinlich niemand wundern, warum ich wieder nach Hause fahre.

„Der Spiegel“, 8.8.1988

Ich bin eigentlich ein friedlicher Typ. Ich weiß überhaupt nicht, warum die Mächtigen solch eine Wut auf mich haben.
„Der Spiegel“, 8.8.1988

Wenn ich nur hätte malen wollen, wäre ich mit 30 aus der DDR weggegangen. Aber mein Leben ist halt nicht nur Malerei.
„Der Spiegel“, 8.8.1988

"Mein Oppositionsgeist ist immer sehr persönlich.“
„Die Zeit“, 25.3.1988